Freiwillige Feuerwehr Laubach (Kreis Gießen)
Der neue 1. Vorsitzende Bernhard Jäger (rechts) ernennt seinem Vorgänger zum Ehrenvorsitzenden
Ehrungen und Beförderungen
von links:
Stadtbrandinspektor MIchael Sussmann, Bürgermeister Peter Klug, Wehrführer Dominik Mebus, Kreisstabführer Karheinz Schmitt, Andreas Unterberg (Hauptfeuerwehrmann), Ehrenmitglied Alfred Funk, Domenico Caldone (Oberfeuerwehrmann), Marcel Feldbusch (Feuerwehrmann), Ehrenitglied Karlheinz Högel, Hans Gontrum (Ehrung 25 Jahre), André Sussmann (Hauptfeuerwehrmann), Frank Homuth (Ehrung 25 Jahre), Thomas Stampfer (Ehrung 25 Jahre), Manfred Kratz (Ehrung 25 Jahre), Norbert Stühler (Ehrung 25 Jahre), Hans Gerd Reitz (Ehrenzeichen 15 Jahre Feuerwehrmusik Land Hessen), Dieter Graf (Ehrung 40 Jahre), 1. Vors. Günther Semmler

Bericht aus der Giessener Allgemeinen Zeitung vom 6.02.2012

Bernhard Jäger ist neuer Vorsitzender der Laubacher Wehr

Laubach (fp). 40 Tagesordnungspunkte waren bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Laubach am Samstagabend im Gerätehaus abzuwickeln. Das Hauptaugenmerk lag dabei neben den Rechenschaftsberichten auf der Neuwahl des Vorstandes, hier mit einer entscheidenden Neubesetzung.

Nach 20 Jahren Vorsitz kandidierte Günther Semmler nicht mehr, sein Nachfolger wurde der seitherige »Vize« Bernhard Jäger. So nahm der Dank an den scheidenden Chef einen größeren Zeitrahmen ein (Bericht folgt).

In seinem Jahresbericht informierte Wehrführer Dominik Mebus über insgesamt 92 Einsätze in 2011. Die Einsatzabteilung rückte zu 18 Bränden und 47 technischen Hilfeleistungen aus und verzeichnete sechs Fehlalarme (vier davon durch Brandmeldeanlagen). Außerdem leisteten die Floriansjünger 21 Brandsicherheitsdienste. Vier verletzte Personen wurden gerettet, für eine kam jede Hilfe zu spät.

Anfang vergangenen Jahres hatten die Brandschützer mit den Einflüssen des Winters zu kämpfen: Es galt Dächer wegen der Schneelast zu kontrollieren und zu Rohrbrüchen auszurücken. Zwei Zimmerbrände in der Altstadt erforderten ganzen Einsatz. Enge Bebauung und zugeparkte Bereiche könnten die Lage schnell außer Kontrolle geraten lassen, so Mebus. Die Laubacher halfen mit Sonderfahrzeugen bei Einsätzen in Queckborn und Hungen. Von Unwettern blieb man weitgehend verschont. In Erinnerung blieb auch das Löschen einer brennenden Holzrückemaschine. Nach Einsatzende fuhr der Landwirt damit davon und meinte, dies sei schon öfter passiert. Kopfzerbrechen bereiten den Floriansjüngern die zahlreichen Brandsicherheitsdienste, da dafür die Motivation immer schwerer werde. Gerade bei Festivals gebe es Probleme.

Die Aktiven bildeten sich bei 24 Übungen weiter. Die Atemschutzgeräteträger absolvierten eine Fortbildung unter realen Bedingungen. Notfallseelsorger Jörg Niesner gestaltete einen Schulungsabend. Ferner wurden 14 Lehrgänge besucht, zehn davon auf Kreisebene, vier an der Landesfeuerwehrschule. Die Personalstärke der Einsatzabteilung beträgt derzeit 48 Aktive. Trotzdem komme es bei der Tagesalarmbereitschaft zu Engpässen, führte der Wehrführer weiter aus. Als richtigen Schritt der Stadt Laubach bezeichnete er die Einstellung von zwei Feuerwehrmännern beim Bauhof oder bei den Stadtwerken.

Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz: Die Laubacher besuchten einige Feuerwehrfeste, brachten die Weihnachtsbeleuchtung an, waren beim Lichterfest aktiv und feierten das 90-jährige Bestehen, wobei die Alters- und Ehrenabteilung die Gäste aus der Gulaschkanone bewirtete.

Ein besonderer Höhepunkt in 2011 war die Auslieferung des neuen Einsatzleitwagens, der im Oktober übergeben wurde. Ausgestattet mit neuester Technik ein unverzichtbares Führungsmittel für den Einsatzleiter, so Mebus. Für dieses Jahr sei die Beschaffung eines Gerätewagens »Logistik« geplant, der das 31 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug sowie den bisherigen Gerätewagen »Nachschub« ersetzen soll. Mit seiner verschiedenen und speziellen Ausrüstung ist der neue GW-L vielseitig einsetzbar, und die Fahrzeugreduzierung spare Kosten. Mebus rief die Mängel im Gerätehaus in Erinnerung und bat um Abhilfe. Abschließend dankte er den Kameraden für die geleistete Arbeit, den Unternehmen für die Freistellung sowie den politischen Gremien und der Stadtverwaltung für die Zusammenarbeit.

Stadtbrandinspektor Michael Sussmann beförderte Marcel Feldbusch zum Feuerwehrmann. Den Dienstrang eines Oberfeuerwehrmannes tragen nun Domenico Caldone und Christian Köhler. Hauptfeuerwehrmänner wurden André Sussmann und Andreas Unterberg. Der Stadtbrandinspektor hob den Stellenwert der Einsatzbereitschaft seiner Kameraden hervor. Fast jeden dritten Tag ein Ernstfall veranschauliche die Bedeutung des ehrenamtlichen Dienstes. Sussmann abschließend: »Die Sicherheit der Stadt geht alle an, dies muss öffentlichkeitswirksam dargestellt werden, um Mitglieder zu gewinnen«.